OBJEKTBERICHT: SEBALD KONTORE

Das Tor zur Nürnberger Altstadt

Moderner Gewerbebau fügt sich nahtlos in das historische Stadtbild

„Es ist das Tor zur Altstadt“, sagt Architekt Gerhard P. Wirth über sein Projekt „Sebald Kontore“. Der Gewerbebau im Herzen Nürnbergs beherbergt im unteren Teil Läden, während in den oberen Stockwerken Büroräume untergebracht sind. Wirth über die Entstehungsphase des Gebäudes: „Insgesamt fünf Jahre nahmen Planung und Bau von Sebald Kontore ein. Das Gebäude in seiner jetzigen Form ist eigentlich der Zweitentwurf. Viel Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit war gefragt, um Bauherr und Stadt zusammenzubringen und dennoch architektonische Freiheit zu haben. Nun stehen jedoch Stadt wie Bauherr voll hinter dem Projekt.“ Das 2013 fertiggestellte Gebäude wurde im April selben Jahres von den ersten Mietern bezogen, der Innenraum wird derzeit weiter ausgebaut.

Moderne Fassade trifft historische Altstadt

Das Gebäude sollte sich optisch in den Altstadtbereich Nürnbergs einfügen und dennoch als modernes Bauwerk behaupten. „Sebald Kontore“ ist umgeben von hochwertigem Denkmalbestand und Gebäuden aus den 1960er Jahren, was einen besonderen architektonischen Anspruch verlangte: „Es sollte kein prahlerisches Design haben, das wäre absolut unpassend“, so Wirth, „sondern eine subtile, bescheidene Anmut besitzen, bei der man im Vorbeigehen kurz innehält.“ Gerhard P. Wirth hat es zu seinem Ziel erklärt, skulpturelles Design und Nutzbarkeit zu verbinden: Das geneigte Dach und die Fassade mit den Lochfenstern sind aus schwedischem Naturstein gearbeitet. Jeder Stein, der um eine Kante verläut, ist hierbei aus einem Block gefräst – es bestehen keine Klebungen.

„Architektur soll Seele haben“ 

bekrätigt Gerhard P. Wirth seine Philosophie. Die Seele eines Gebäudes liegt im Innenraum und gewährt durch die Fenster Einblick. Folglich stellte Wirth hohe Anforderungen an das Fenstersystem: „Schmale Ansichtsbreiten und die flächenbündige Ausführung der Fenster für eine perfekte Verbindung bauphysikalischer Anforderungen mit größtmöglichem architektonischen Gestaltungsspielraum standen im Focus. Darüber hinaus wurden keine Fensterbänke angebracht, sondern Leibungsverkleidungen an den Fenstern.“ Speziell in punkto Flächenbündigkeit wurde der zuständige Metallbauer Kassecker GmbH vor eine Herausforderung gestellt. Der technische Bauleiter Andreas Pietruschka weiß davon zu berichten: „Es wurden sogenannte ‚Kastenfenster‘ eingebaut, die einen speziellen Aubau haben – innen Isolierfenster, außen Prallscheibe, dazwischen Sonnenschutz. Es war eine spannende Aufgabe, die Fenster flächenbündig mit der Steinfassade auszuführen und dabei die geforderten technischen Werte wie Isothermenverlauf, Be- und Entlütung, u. ä. einzuhalten. Da die Fenstermontage zeitlich vor der Ausführung der Steinfassade erfolgen musste, wurden die Elemente maßlich an die noch nicht vorhandenen Steinkanten angepasst.“ Eine verdecktliegende Regenrinne sowie ein gläserner Schneefang runden das anspruchsvolle Portfolio ab. Die Kassecker GmbH hat auch den Eingangsbereich in PR-Fassade ausgeführt sowie ein großes Monitorfenster, die Brandschutzelemente, die vorgehängte Glasfassade, die Dachflächenfenster und den Loggiabereich umgesetzt.

Vorbildliche Zusammenarbeit und richtungsweisende Produkte

Andreas Pietruschka erklärt die Vorteile der verwendeten Aluminium-Konstruktionen: „Nachdem hier hohe technische Anforderungen hinsichtlich Statik und Bauphysik gestellt wurden, kam eine alternative Ausführung in Kunststoff gegenüber der geforderten Leichtmetallfassade nicht in Frage. Nachdem bei vorgehenden Referenzprojekten gute Erfahrungen mit dem System GUTMANN gemacht wurden, fiel die Entscheidung für dieses komplexe und technisch schwierige Bauvorhaben auf GUTMANN.“ Insgesamt wurden 425 m² der 675 m² Fassadenfläche mit den Systemen GUTMANN F50, S70v+HW und S70+HW ausgeführt. „Die technische Detailberatung im Vorfeld war gut. Laufende Abstimmungen während der Bauphase trugen zum Gelingen des Projektes bei.“, so Pietruschka über die Zusammenarbeit. Darüber hinaus lobt er die gute persönliche Betreuung sowie die termingetreue Lieferung.

Für Gerhard P. Wirth gehört eine gute partnerschaftliche Atmosphäre zum Selbstverständnis seines Büros: „Der menschliche Aspekt bei unseren Projekten ist uns wichtig. Wir legen Wert darauf, dass die Beteiligten sich mit dem Objekt identifizieren können.“ GUTMANN wurde ihm von Fa. Kassecker empfohlen und Wirth zeigt sich vollends zufrieden mit dem Ergebnis: „Die GUTMANN Systeme haben die hohen ästhetischen Anforderungen hinsichtlich des Zusammenspiels mit der Natursteinfassade gelöst. Es war eine sehr gute Zusammenarbeit.“

Zwei Erfolgsgeschichten

Gerhard P. Wirth gründete sein Architekturbüro „GP Wirth Architekten“ 1988. Von Nürnberg aus plant und realisiert das 10-köpfige Team deutschlandweit Bauprojekte. Schwerpunkt ist jedoch nach wie vor die Metropolregion Nürnberg. In seiner Anfangszeit war Wirth vor allem für seine Tätigkeit als Loft-Architekt bekannt: „Ich habe viele Loft-Flächen revitalisiert, sicherlich um die 250.000 m². Ich war damals sozusagen ein ‚Loftie‘ (lacht). Heute sind ungefähr die Hälfte meiner Projekte privater oder gewerblicher Natur, während die andere Hälfte wohnwirtschaftliche Aufträge für Bauträger umfasst.“

Die Kassecker GmbH ist im oberpfälzischen Waldsassen beheimatet und zählt aktuell 455 Mitarbeiter, davon 50 Auszubildende. Das seit 1902 bestehende Traditionsunternehmen deckt ein breites Leistungsspektrum ab. Vom klassischem Hoch- und Industriebau, über Tiefbau, Spezialtiefbau, Bahn- und Ingenieurbau bis hin zu Stahl- und Metallbau. Als weitere Referenzen der Kassecker GmbH Stahl und Metallbau sind zu nennen: PPP Schulen im Landkreis Hof: Gymnasium, Realschule, Turnhalle Naila und das Gymnasium Münchberg sowie die Realschule und Turnhalle Helmbrechts.

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